Zahlen und Fakten zur Evangelischen Versöhnungsgemeinde

Geschichtsdaten, ein kurzer Überblick

1894  Einweihung der Versöhnungskirche (Neugotischer Backsteinbau)
in Anwesenheit der Kaiserin Auguste Victoria, Architekt G. L. Möckel
(1838-1915) Vereinsgründungen zur Bewältigung der großen sozialen Probleme des Arbeiterbezirkes
(1895 Armennähverein, Frauennähverein, Hannaverein, 1902 Vaterländischer Bauverein, 1911 CVJM-Versöhnung, 1918 Jugendheim Versöhnung.
Erster Weltkrieg
Armenspeisung, Kinderverschickung aufs Land.
Zwanziger Jahre
Spendenaufrufe auch in USA zur Finanzierung des Dienstes an Arbeitslosen, ledigen Müttern und Waisen.
Dreissiger Jahre
Ostergottesdienst (16.04.1933) der Versöhnungskirche wird im NS-Rundfunk übertragen.
Pfr. Kittlaus tauft 1935 einen Juden.
Zweiter Weltkrieg 1945
Schuldbekenntnis des Pfarrers Kersten (NSDAP-Mitglied); die Kirche ist beschädigt, das Gemeindehaus teilweise zerstört,
Gemeinde auf ein Drittel ihrer Mitgliederzahl reduziert. Mit der Aufteilung Berlins in Besatzungszonen war die Kirchgemeinde
ab 1945
geteilt - die Kirche lag nun im sowjetischen Sektor (Stadtbezirk Mitte von Berlin)
- die meisten Gemeindeglieder lebten im benachbarten französischen Sektor (Stadtbezirk Wedding von Berlin).
1961  13. August Bau der Berliner Mauer
Gemeindeleben über die Grenze hinweg wird unmöglich.
Die Berliner Mauer verlief direkt vor der Kirche, die damit weder von Ost, noch von Westberliner Seite zugänglich war.
(letzter (!) Gottesdienst in der Kirche, am Sonntag nach dem Mauerbau, nur noch für die "Ost" -Gemeindemitglieder erreichbar)  
1965  Einweihung Gemeindezentrum
Bernauer Strasse 111, am 19.09. (Architekt Harald Franke)
Siebziger Jahre
Gemeinde im Sanierungsgebiet ("Kahlschlag") auf Spurensuche und im Kampf gegen die Gesichtslosigkeit.
Achziger Jahre
eine kleiner werdende Gemeinde am "Rande" der Stadt mit vielen Kooperationspartnern in der Kulturarbeit.
 
1985  Sprengung der Versöhnungs-Kirche, Kirchenschiff (22.01.)
Turm (28.01), gemäß Maßnahmeplan für die Erhöhung von Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit an der Staatsgrenze zu Berlin-West.
 
1989   9. November – Fall der Berliner Mauer
1990  Als im Frühjahr 1990 deutlich wurde, dass die staatliche Einheit Deutschlands in Frieden und Freiheit bald erreicht sein würde,
erging der Befehl zum vollständigen Abriss der Berliner Mauer. Diese Mauer um West-Berlin hatte eine Länge von 156,4 km erreicht,
der innerstädtische Abschnitt der Grenzanlagen zwischen dem früheren West- und Ost-Berlin 44 km,
eine an der Bernauer Straße 30 bis 50 m tiefe Grenzanlage, war entstanden.
Die Bernauer Straße war in den 29 Jahren seit dem Bau der Mauer zum Kristallisationspunkt des Mythos Mauer geworden,
hier ließen die Kommunisten eine Schneise in die Innenstadt schlagen, Bewohner wegschaffen, Häuser zumauern und dann abreißen,
legten den Todesstreifen über Friedhöfe und sprengten 1985 um die "Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit an der Staatsgrenze zu erhöhen"
die wilhelminische Versöhnungskirche
1989 galt die Parole "die Mauer muß weg!" Eine Kernforderung der Freiheitsbewegung in Berlin - auf beiden Seiten.
99% des "Antifaschistischen Schutzwalls" sind erst nach 1989/90 geschleift worden.
Was Erinnerungswert in einem wiedervereinigten Berlin, als Hauptstadt eines vereinigten Deutschland,
in einer um osteuropäische Staaten erweiterten Europäischen Union haben würde, konnten sich 1990 nur Wenige vorstellen.
Frühjahr 1990

MAUER LAND LUPINE Kunstaktion der Bürgerbewegung der DDR,
im Todesstreifen der Berliner Mauer werden Lupinensamen gesät (Symbol für die "Rückkehr des Lebens auf den ehemaligen Mauerstreifen")
15. Mai
in der Sendung TELEKIRCHE live aus dem Gemeindehaus Bernauer Str. mit drei Berliner Bischöfen,

erste öffentliche Anfrage von Pfarrer Fischer zum Denkmalschutz der Mauer in der Bernauer Strasse.

Der gestürzte SED-Staat hatte in seiner vier Jahrzehnte währenden Herrschaft vielen Menschen ihre Freiheit genommen,
ihre Gesundheit zerstört und etliche um ihr Leben gebracht.
Die Sicherung dieser Spuren des Unrechts wurde als Aufgabe erkannt (und zumindest von einigen engagiert angegangen).
Auch an der Spuren der baulichen Hinterlassenschaften gab es Streit -
um Denkmäler (Ernst Thälmann), Straßennamen und Bauten (Palast der Republik).
In diesem Prozeß von Opferinitiativen und Spurensicherung und steht auch der Streit über den Abriss der Berliner Mauer,
liegt der Ursprung der Gedenkstätte … … Während die meisten 1990 allseits bemüht war, die Spuren der Teilung möglichst schnell zu beseitigen,
stellte sich die Versöhnungsgemeinde die Frage nach einem angemessenen Umgang mit "ihrem Ort" und "seiner Geschichte".

Im Juni
Erklärung gegenüber epd, daß die Weddinger Versöhnungsgemeinde das erste gemeinsame Ost-West-Museumsprojekt,
an dem das Museum für Deutsche Geschichte (MDG) in Ost-Berlin
und in West-Berlin das im Aufbau befindliche Deutsche Historische Museum (DHM) beteiligt sind, unterstützen wird.
Am 13. Juni 1990
begann in der Bernauer Straße, mit Öffnung der Ackerstraße, der endgültige Abriss der Mauer in Berlin.
Im Umfeld der Versöhnungsgemeinde war, in den Monaten davor, eine Initiative aus Anwohnern, Kirchenmitgliedern und Denkmalpflegern
(aus beiden Seiten der Stadt) entstanden, die mit einem Abschnitt der Mauer auch die Erinnerung an die Gewaltherrschaft der SED bewahren wollte.
In einer Presseerklärung der Initiative zum 13. August 1990 heißt es: "… Soll eine komplette Grenzanlage
auf einer Länge von ca. 500 Metern mit Mauer und Hinterlandmauer erhalten bleiben. Sie soll als Gedenkstätte an die Opfer der Grenze erinnern,
als Mahnmal zum Nachdenken anregen, welche Folgen es hat, wenn Grenzen mit Gewalt aufrechterhalten werden,
als Museum Entstehung, Existenz und Ende der Grenze dokumentieren."

Immerhin gelang es den wilden Abriss auf dem für das Denkmal vorgesehenen Grenzabschnitt in der Bernauer Straße im Großen zu verhindern.
13. August

Andacht der Versöhnungskirchengemeinde für die Opfer der Mauer an der Bernauer / Ecke Gartenstraße
im Anschluss Gespräche mit Zeitzeugen "Bau der Berliner Mauer" Gemeindezentrum Bernauer Straße 111.
Am 2. Oktober 1990, dem Vorabend der deutschen Einheit, erklärte der Magistrat von Ost-Berlin den noch erhaltenen
212 Meter langen Grenzabschnitt an der Bernauer Straße, zwischen Acker und Bergstraße zum gesetzlich geschützten Denkmal.
Laut Einigungsvertrag war der Mauerstreifen und seine Grundstücke in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland gelangt
(der nachfolgende Umgang mit diesem "Erbe" ein Reizthema für Jahre).
Inzwischen wurde intensiv an einer Konzeption für ein "Denkmal Berliner Mauer" gearbeitet.
29.Oktober
Gründung der Bürgerinitiative (BI) "Bernauer Straße" im Gemeindezentrum der Versöhnungsgemeinde
 
1991  20. April
Tagung der Versöhnungsgemeinde zu "Kirche in der Stadt des 21. Jahrhunderts"
Thema: Von der Bilanz zur gemeinsamen Aktion - "Häusernetz im Häusermeer" in Berlin-Marzahn.
10. Mai: Straßenfest in der Bernauer / BI Aktionstag "Autofreier Innenstadtring Lebens(t)raum Straße" In Zusammenarbeit mit BI "Bernauer Straße".
12. August:

Eröffnung der Ausstellung "Mauer-Bilder" Fragmente der Berliner Mauer von Günter Ascherl im Foyer des Gemeindezentrums
13. August 1991, dem 30. Jahrestag des Mauerbaus
, wurde vom Berliner Senat beschlossen:die "Errichtung einer Erinnerungs- und Gedenkstätte an die Mauer und ihre Opfer" (Beschluss Nr. 629/91) .
Dazu gehörte die "Rekonstruktion der Tiefenstaffelung und die Erhaltung der noch vorhandenen Teile" der Mauer.
Leitendes Motiv der Gedenkstätte wird die Rückbindung der historischen Ereignisse an den authentischen Ort.
Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Deutsche Historische Museum, lobte als Bauherrin einen
architektonisch künstlerischen Ideenwettbewerb "Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße" aus.
Der Entwurf der Architekten Claudia und Sven Kohlhoff ging aus dem kontroversen Wettbewerb (ohne klare Sieger),
als einer von drei zweiten Preisen, als Empfehlung zur Realisierung hervor.
Dieser Entwurf beschränkte sich auf einen Teilabschnitt von 70 Metern, des insgesamt über 210 Meter denkmalgeschützten Mauerstreifens,
ergänzt um einen Aussichtsturm.

Andacht der Versöhnungskirchengemeinde für die Opfer der Mauer Bernauer / Ecke Gartenstraße.
14.Oktober:
BI "Bernauer Straße" Podium Öffentlicher Personennahverkehr im Gesundbrunnen - Planung, Ideeen, Vorschläge"

Oktober
Erzählcafe "Halt! Grenzgebiet" Ein "Ost"-Berliner berichtet von seinem Leben an der Mauer im Gemeindezentrum
 
1994  Februar
3tägige Geschichtswerkstatt "100 Jahre Versöhnungskirche" im Gemeindezentrum,
Mai: Zukunftswerkstatt "Versöhnungsgemeinde"
28. August: 100 Jahre Versöhnungskirche, Festakt mit Bischof Huber im ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer.
Festschrift "Von der richtigen Seite betrachtet konnte man sie regelrecht schön finden - 100 Jahre Versöhnungskirche"
(Schriftenreihe Wedding, Band 7)


Die Versöhnungsgemeinde hatte die inhaltlichen Vorüberlegungen, Konzepte und Planungen,
zum weiteren Umgang und der Nutzung ihres Grundstücks (der gesprengten Versöhnungskirche) fortgeführt.
Nach der Rückgabe ihres Kirchengrundstückes durch den Einigungsvertrag hatte sie sich dafür entschieden,
auf den Fundamenten der alten Kirche mit einfachsten Mitteln, eine Kapelle zu errichten, einen modernen Bau,
der den Anforderungen der Gegenwart und Zukunft gleichermaßen gerecht wird
und der zugleich - ohne Verlorenes zu rekonstruieren - die noch erhaltenen Spuren bewahrt.
Der Bau sollte auch in ökologischer Hinsicht zeitgemäß sein - Ressourcen schonend und nachhaltig.
 
1995  Januar:
10. Jahrestag der Sprengung der Versöhnungskirche
Mai: Eröffnung der Ausstellungsreihe "Die Bernauer Straße - gestern - heute - morgen" im Gemeindehaus
mit Filmreihen Podien und Stadtplanerischer Bestandsaufnahme
Rückübertragung des Grundstücks der ehemaligen Kirche an die Versöhnungsgemeinde - zur Sakralnutzung.
2. Kunstaktion zur "Rückkehr des Lebens" auf den ehemaligen Mauerstreifen "Rückkehr der Möbel- Reste im Gehweg"
und Markierung der Reste der abgerissenen Häuser der Bernauer Str. (mit Benita Joswig, Boris Schwitalsky 11.-13.11.)
Bußtag (22.11.) Rückkehr der Glocken, Rückkehr des Altars (Holzaufsatz), RÜCKFÜHRUNG des TURMKREUZES Versöhnungskirche
 
1996  März
GEMEINDEVERSAMMLUNG Gestaltungsplanung des Sakralgrundstückes Versöhnungskirche
Auswahl der Berliner Architekten Rudolf Reitermann und Peter Sassenroth aus einem internen Vorstellungsverfahren.
Ihre Aufgabe: Die geretteten Glocken und der Altar sollen am ursprünglichen Ort wieder in Gebrauch genommen werden.
Beschluss des Gemeindekirchenrates zur Gestaltungsplanung des Sakralgrundstückes Versöhnungskirche
April: 1. ARBEITSTREFFEN mit den Architekten Prof. Peter SASSENROTH und Rudolph REITERMANN,
Thema: ökologische, städtebaulichen und denkmalschützerischen Aspekte des Neubaus.
Juni: Einfriedung des Kirchengeländes an der Bernauer Strasse 4
und Kultivierung und Aussaat einer Wildblumenwiese auf dem Grundstück Bernauer Straße 4.
 
1997  Februar
Gemeindeversammlung und Vorstellung BAUPLAN der "Kapelle der Versöhnung"
April:
Teilabriss der unter Denkmalschutz stehenden Mauer in der Bernauer Strasse vor dem Sophienfriedhof, durch die Sophiengemeinde.
(Tgsp. 29.06.97) 3-Teile Modell "Ensemble Mauergedenkstätte" besteht aus Informationstsätte / Gedenkstätte Berliner Mauer / Kapelle der Versöhnung 13. August:
Eröffnung der AUSSTELLUNG "Berlin-Szenarien für den Grenzstreifen" von Dipl. Ing. Claudia KNAPPERT im Gemeindehaus

Presseerklärung von Bischof Dr. Wolfgang HUBER zur "Gedenkstätte - Berliner Mauer"
und zum Dokumentationszentrum in der BERNAUER 111 und zur Kapelle der Versöhnung, Ort: Sophienfriedhof.
November: "Wo stand die Mauer?" - ein FEATURE (Voraufführung) Im Rahmen der Ausstellung des Dokumentationszentrums i. A. In Zusammenarbeit mit SFB und ORB im Gemeindezentrum
09. November:
BAUBEGINN der MAUERGEDENKSTÄTTE FESTAKT der BAUSCHILDENTHÜLLUNG "Gedenkstätte Berliner Mauer"
durch Bischof Dr. Wolfgang HUBER, den Regierenden Bürgermeister Eberhard DIEPGEN und dem Kultursenator Peter RADUNSKI PRESSEKONFERENZ,
Konstituierung des ARBEITSKREISES "Dokumentationszentrum Berliner Mauer" im Gemeindezentrum
 
1998  1. März:
Bei der GEMEINDEVERSAMMLUNG legen Architekten SASSENROTH/REITERMANN
unbeeindruckt von Einwendungen des GKR der Gemeinde eine Planung vor,
die einen BETON/GLASBAU für weit über 1,3 Mio DM vorsieht.
9. März:
Prof. Dr.-Ing., Dr.-Ing. E.h. Klaus Dierks wird für die weitere Begleitung des Bauvorhabens gewonnen.
Vorstellung des Genehmigungs-Entwurfs für die Kapelle der Versöhnung.
April:
FAHRT zu LEHMBAUTEN in Berlin mit LEHMBAU-KONTOR Berlin
21. April
Eingang des "ALTERNATIVVORSCHLAGS APRIL 98" der Architekten Reitermann/Sassenroth, mit der Materialwahl Lehm
Erstes GUIDE-TREFFEN Dokumentationszentrum in Zusammenarbeit mit der VHS Wedding im Gemeindehaus
19.Mai
GRÜNDUNG und ERSTE SITZUNG des FÖRDERVEREINS "Gedenkstätte Berliner Mauer e.V.", zur Baubegleitung des Bauvorhabens
der Kapelle der Versöhnung, im Gemeindehaus (er besteht bis 28.12.2001)
Mai:
GESPRÄCH über LEHMBAU-KONZEPT mit Herrn ZIEGERT und Prof. DIERKS
Juni:
RUNDER TISCH "Kapelle der Versöhnung": Moderation: Prof. DIERKS
24.Juni:
PLANUNG und ANTRAG für Dokumentationszentrum Berliner Mauer mit Frau Dr. CAMPHAUSEN
30.Juni
VORSTELLUNG Machbarkeitsstudie "Lehmbauweise" im Gemeindekirchenrat
08.Juli
VORSTELLUNG des LEHMBAU-Konzepts "Kapelle der Versöhnung" in der Öko AG des Kirchenkreises
13. August
FESTAKT Einweihung der GEDENKSTÄTTE "BERLINER MAUER" in Anwesenheit von Bundesministerin Dr. A. MERKEL,
Regierender Bürgermeister E. DIEPGEN, Probst Dr. LÜDTKE, Dr. EICH (Maueropfer)
ERÖFFNUNG der INTERIMSAUSTELLUNG im Dokumentationszentrum "Gedenkstätte Berliner Mauer" im Gemeindhaus Bernauer Str. 111
02. Oktober
ERÖFFNUNG der AUSSTELLUNG
"Berlin im Wandel - Versöhnung der Auftrag"
in der GALERIE der BERLINER VOLKSBANK im Volksbank-Center
am Potsdamer Platz anlässlich der Eröffnung des DEBIS-Arreals.
05.November:
GRÜNDUNG des TRÄGERVEREINS "Berliner Mauer - Gedenkstätte und Dokumentationszentrum e. V."
Er hatte sich aus der BI Bernauer Str., quasi als Ausgliederung zum Spezialthema, als eingetragene Verein entwickelt,
kontinuierlich wurde in Ihm an einer Konzeption für ein "Denkmal Berliner Mauer" gearbeitet.
 
1999 

23. Mai (Pfingsten) Grundsteinlegung für die Kapelle der Versöhnung,
die Glocken läuten wieder.
25. August -18. Oktober Bau des Stampflehmkörpers
durch Martin Rauch, Vorarlberg Österreich mit Unterstützung von Lehm Klud/Mecklenburg,
Lehmprojekt/Dresden, LuKa-Lehmbau/Leipzig, in Zusammenarbeit mit dem
Arbeitskreis für Denkmalpflege e.V. und Netzwerk offene Häuser e.V.
(freiwillige Helfer aus 11 Ländern West- und Osteuropas).
9. November (10. Jahrestag des Mauer-Falls) Richtfest,
der historische Altar ist wieder aufgebaut
Aufnahme der Versöhnungsgemeinde in die Nagelkreuzgemeinschaft
und Übergabe der Skulptur Reconciliation (Versöhnung) durch Vertreter der Kathedrale von Coventry,
seit 4. Advent finden die Gottesdienste der Gemeinde in der Kapelle statt
.

2000  Februar 1. Taufe in der Kapelle der Versöhnung,
18. Juni (Trinitatis) 1. Gemeindefest in der neuen Kapelle,
9. November Einweihung, der neue Lehmaltar ist aufgestellt.
 
2001  13. August die offizielle Gedenkfeier aus Anlass des 40. Jahrestages
des Baues der Berliner Mauer bezieht die Gedenkstätte 'Berliner Mauer' ein:
Ökumenischer Gottesdienst
(Georg Kardinal Sterzinsky, Generalsuperintendent Martin Michael Passauer)
in Anwesenheit des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse
und des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit;
Ausstellungseröffnung im Dokumentationszenztrum und Kranzniederlegung an der Gedenkstätte
durch den Bundeskanzler Gerhard Schröder
und den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit
 
2002/3  Im Dezember 2001 stellte der Haushaltsausschuss des Bundestages aus dem "Mauergrundstücksfond"
Mittel für das Dokumentationszentrum im ehemaligen Gemeindehaus bereit, die für eine fünfjährige Sicherung der inhaltlichen Arbeit,
sowie den behindertengerechten Umbau des Gebäudes und den Neubau eines Besucher-Aussichtsturms festgelegt sind.
Durch den neu errichteten Turm wird den Besuchern der Blick auf die Anlage "Gedenkstätte Berliner Mauer"

und die historische Umgebung der Bernauer Straße ermöglicht.
Am 23. Juni 2003 feierliche Einweihung des Besucherturms und die Wiedereröffnung des Hauses..
28.05. bis zum 01.06.2003 Ökumenischer Kirchentag
- die Kapelle der Versöhnung ist der "Ort der Ruhe"
Begegnung mit einer Kommunität auf Zeit; Zeugen des Glaubens und der Hoffnung;
Agape bei Wasser und Brot: Gesang, Gebet, Stille und Gespräche
auf dem ehemaligen Todesstreifen der "Mauer"
Auf der Wiese neben Zelt und Kapelle "memento mori" / Lebenszeichen - Grabzeichen
Am Hang neben der Kapelle "Zwischenräume"; eine temporäre Installation.
 
2005 "20 Jahre Sprengung der Versöhnungskirche,
15 Jahre Deutsche Einheit,
5 Jahre Einweihung der Kapelle der Versöhnung.

Die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 war ein Höhepunkt deutscher Geschichte.
Freude, Dankbarkeit, Euphorie lagen in der Luft. Und jetzt - 15 Jahre danach?
Die Einheit Deutschlands stellt sich als Aufgabe dar, die noch nicht bewältigt ist.
Es ist gut, sich dieser Aufgabe zu stellen, um Verantwortung für unser Land wahrzunehmen.
"Deutschland - einig Vaterland!?" Seminar zur Situation im wieder vereinigten Deutschland
vom 30. September-3. Oktober.
Wir feierten zusammen die...la fête pour Dieu avec l'Europe !
Mit den Ökumenischen Partnern der Gemeinschaft Chemin Neuf.
Am 03. Oktober hatten die Vor-Worte zum 3. Oktober 2005,
geschrieben von 16 Personen des öffentlichen Lebens,
in einer Einspielung von Joachim Gies arrangiert, ihre Uraufführung.
2006 Auch 2006 fanden in der Kapelle der Versöhnung von Dienstag bis Freitag täglich um zwölf Uhr Andachten statt,
in denen der Todesopfer an der Berliner Mauer gedacht wurde.
Zwischen 1.1. und 31.10.2006 nahmen bei 172 Andachten 2.869 Personen teil.
Unter dem Motto Deutschland - Land der Ideen wurden auf Anregung des Bundespräsidenten Horst Köhler
365 Orte in Deutschland ausgewählt, unser Land in der Welt zu präsentieren - wir waren dabei.
Am 20. Juni tagte der Berliner Senat unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit in der Bernauer Straße 111.
Beschlossen wurde das Berliner Mauerkonzept.
Im August hatten wir internationalen Besuch: Sieben junge Erwachsene aus Frankreich, Russland, Spanien, Mexiko und der Ukraine
waren im Rahmen des Projektes Open Houses zu Gast.
Am 13. August, dem Jahrestag des Mauerbaus, wirkten sie bei einer Musikperformance "Klang der Mauer"
rund um die Gedenkstätte Berliner Mauer mit.
Seit dem 13. August arbeitet Haeung Chai aus Südkorea als Ökumenischer Freiwilliger in unserer Gemeinde mit.
Er wird noch bis zum Sommer 2007 bei uns bleiben.
Unter anderem schreibt er an einer Studie über die Zusammenarbeit in einem geteilten Land.
Im Rahmen der 9. Hospiztagung luden wir Ende Oktober zusammen mit der Christliche Bestattungsgesellschaft,
Charon Bestattungen und denkwerk - Michael Spengler zu einem Wandelgang ein.
Die Zeit "Vom prallen Leben bis zum Sterbebett" sollte in einer begleiteten Führung entlang der Stationen des Abschiedes meditiert werden.
Beeindruckende Gespräche in der Kapelle schlossen sich an.
Auf diesen Wandelgang folgte Ende November, am Wochenende zum Totensonntag,
ein weiterer gut besuchter Wandelgang zum Thema "Vom Sterbebett zum Grab - Stationen auf dem letzten Weg".
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