GRUNDINFORMATIONEN (3) zum
Ensemble "Gedenkstätte Berliner Mauer"

Ausstellung: "Berlin 13. August 1961" Ausstellung: "Berlin 13. August 1961, Foto: Martin Schuppenhauer" Ausstellung: "Berlin 13. August 1961"

Das Dokumentationszentrum
Am 9. November 1997 - dem Tag der symbolischen Grundsteinlegung für die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße - berief der Berliner Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur einen Arbeitskreis von Sachverständigen. Dieser Arbeitskreis wurde mit der Aufgabe betraut, die konzeptionellen Vorbereitungen für die Errichtung eines Dokumentationszentrums zur Geschichte der Berliner Mauer auszuarbeiten.
Im März 1998 legte der Arbeitskreis eine Rahmenkonzeption für die geplante Gedenkstätte Berliner Mauer vor, die sich aus drei einzelnen Elementen zusammensetzte:
dem Denkmal zur Erinnerung an die Teilung der Stadt und Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft,
aus dem Dokumentationszentrum zur Geschichte der Berliner Mauer
und aus der Kapelle der Versöhnung, die auf dem ehemaligen Mauerstreifen neu errichtet wurde
und in der Zukunft auch aus der Open Air Ausstellung zwischen Nordbahnhof (in Zukunft mit INFO PAVILlION) und Brunnenstraße
Diese spezifischen Elemente sind durch die Klammer "Mauer" inhaltlich eng miteinander verbunden. Sie ermöglichen auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlicher Form eine Annäherung an die Geschichte und Folgen der Berliner Mauer: künstlerisch, dokumentarisch, geistig-religiös. Die überlieferte historische Umgebung wird als Ganzes in die Arbeit und Wirkung des Ensembles einbezogen. Die Besucher können somit ihren eigenen Zugang zum historischen Ort und den Zeugnissen der Vergangenheit wählen.

Zur Umsetzung der Rahmenkonzeption wurde auf Anregung der Kulturverwaltung im November 1998 der Trägerverein "Berliner Mauer - Gedenkstätte und Dokumentationszentrum" mit Sitz in Berlin gegründet. Der Verein arbeitet ehrenamtlich. Den Vorsitz hat Frau Dr. Gabriele Camphausen (BSTU), weitere Vorstandsmitglieder sind Pfarrer Manfred Fischer (Evangelische Versöhnungegemeinde) und Rudolf Prast. Ziel der Vereinsarbeit ist die Dokumentation der Geschichte der Berliner Mauer und die Anregung zur Auseinandersetzung mit dieser Geschichte und ihren Folgen.
Dem Verein steht ein Fachbeirat zur Seite, dem Sachverständige aus der Geschichtsforschung, der Museumsarbeit, der Publizistik sowie des Denkmalschutzes angehören. Den Vorsitz hat zur Zeit Prof. Dr. Klaus-Dietmar Henke (Technische Universität Dresden), weitere Mitglieder sind: Petra Morawe (stellv. Vorsitz), Prof. Dr. Rainer Eckert (Zeitgeschichtliches Forum Leipzig), Dr. Monika Flacke (Deutsches Historisches Museum), Dr. Joachim Gauck (Vorsitzender des Vereins "Gegen Vergessen - für Demokratie"), Roland Jahn (Rundfunk Berlin Brandenburg), Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Universität Leipzig), Dr. Manfred Rexin (ehemals RIAS Berlin), Prof. Dr. Gertrud Schreiber (Katholische Universität Eichstädt-Ingolstadt), Prof. Dr. Peter Steinbach (Universität Karlsruhe).
Unterstützt durch einen Fachbeirat übernimmt der Verein auch die inhaltliche Betreuung der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Das als Ergänzung zum Denkmal konzipierte Dokumentationszentrum recherchiert, analysiert und vermittelt die Zeitzeugnisse und Sachinformationen zur Geschichte der Mauer. Es wurde am 9. November 1999, dem 10. Jahrestag des Mauerfalls im Gemeindehaus der Versöhnungsgemeinde eröffnet.

Die Räumlichkeiten werden mietfrei für Dokumentations- und Ausstellungszwecke zur Verfügung gestellt, die Nutzung ist durch eine Vereinbarung zwischen Trägerverein und Versöhnungsgemeinde vertraglich geregelt. Das Haus ist selbst ein Zeitzeugnis des Mauerbaus.
Das Dokumentationszentrum wurde mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land aufgebaut. Im Dezember 2001 stellte der Haushaltsausschuss des Bundestages aus dem "Mauergrundstücksfond" Mittel für die Einrichtung bereit, die für eine fünfjährige Sicherung der inhaltlichen Arbeit sowie den behindertengerechten Umbau des Gebäudes und den Neubau eines Besucher-Aussichtsturms festgelegt sind. Durch den neu errichteten Turm wird den Besuchern der Blick auf die Denkmalsanlage "Gedenkstätte Berliner Mauer" und die historische Umgebung der Bernauer Straße ermöglicht.
Am 23. Juni 2003 wurde die feierliche Einweihung des Besucherturms und die Wiedereröffnung des Hauses begangen.
Mit dem Beschluß des Berliner Senats zum Berliner Mauerkonzept vom 20. Juni 2006 ist der Weg zum Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Geschichte der Berliner Mauer festgeschrieben und wird bis zum 13. August 2011, dem 50. Jahrestag des Mauerbaus umgesetzt werden.

Turm zur Aussichtsplattform, Foto: Martin Schuppenhauer Buch+Infostand, Foto: Martin Schuppenhauer Buch+Infostand, Foto: Martin Schuppenhauer Turm zur Aussichtsplattform, Foto: Martin Schuppenhauer

Das Dokumentationszentrum zeigt ausgehend von den Ereignissen an der Bernauer Straße wechselnde Ausstellungen zur Geschichte der Berliner Mauer, es besitzt ein im Aufbau befindliches digitalisiertes Archiv und wachsende Dokumentations- und Hintergrundinformationsangebote. Die Informationen werden in deutscher und englischer Sprache präsentiert und in verschiedenen medialen Formen aufbereitet angeboten.

Öffentliche Führungen, Vorträge, Hörpräsentationen und wechselnde Ausstellungen ergänzen diese Angebote. Die seit November 1998 gezeigte Ausstellung "Grenzblicke" wurde zum 40. Jahrestag des Mauerbaus, am 13. August 2001 durch eine neue Ausstellungseinheit "Berlin, 13. August 1961" in deren Mittelpunkt die Ereignisse der unmittelbaren zeitliche Umgebung des 13. August aus der Perspektive "Berlins", "Deutschlands" und der des "Auslands" gezeigt werden, ergänzt . Auch hier wieder keine Gesamtschau - sondern exemplarische, ausgewählte Ausschnitte.

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