GRUNDINFORMATIONEN (3) zum
Ensemble "Gedenkstätte Berliner Mauer"
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Das
Dokumentationszentrum
Am 9. November 1997 - dem Tag der
symbolischen Grundsteinlegung für die Gedenkstätte Berliner Mauer an
der Bernauer Straße - berief der Berliner Senator für
Wissenschaft, Forschung und Kultur einen Arbeitskreis von
Sachverständigen. Dieser Arbeitskreis wurde mit der Aufgabe betraut, die
konzeptionellen Vorbereitungen für die Errichtung eines
Dokumentationszentrums zur Geschichte der Berliner Mauer auszuarbeiten.
Im
März 1998 legte der Arbeitskreis eine Rahmenkonzeption für die
geplante Gedenkstätte Berliner Mauer vor, die sich aus drei einzelnen
Elementen zusammensetzte:
dem Denkmal zur Erinnerung an die Teilung
der Stadt und Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft,
aus
dem Dokumentationszentrum zur Geschichte der Berliner Mauer
und aus
der Kapelle der Versöhnung, die auf dem ehemaligen Mauerstreifen
neu errichtet wurde
und in der Zukunft auch aus der Open Air
Ausstellung zwischen Nordbahnhof (in Zukunft mit INFO PAVILlION) und
Brunnenstraße
Diese spezifischen Elemente sind durch die Klammer
"Mauer" inhaltlich eng miteinander verbunden. Sie ermöglichen auf
unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlicher Form eine Annäherung an
die Geschichte und Folgen der Berliner Mauer: künstlerisch,
dokumentarisch, geistig-religiös. Die überlieferte historische
Umgebung wird als Ganzes in die Arbeit und Wirkung des Ensembles einbezogen.
Die Besucher können somit ihren eigenen Zugang zum historischen Ort und
den Zeugnissen der Vergangenheit wählen.
Zur Umsetzung der Rahmenkonzeption
wurde auf Anregung der Kulturverwaltung im November 1998 der
Trägerverein
"Berliner Mauer - Gedenkstätte und
Dokumentationszentrum" mit Sitz in Berlin gegründet. Der Verein
arbeitet ehrenamtlich. Den Vorsitz hat Frau Dr. Gabriele Camphausen
(BSTU), weitere Vorstandsmitglieder sind Pfarrer Manfred Fischer
(Evangelische Versöhnungegemeinde) und Rudolf Prast. Ziel der
Vereinsarbeit ist die Dokumentation der Geschichte der Berliner Mauer und die
Anregung zur Auseinandersetzung mit dieser Geschichte und ihren Folgen.
Dem
Verein steht ein Fachbeirat zur Seite, dem Sachverständige aus der
Geschichtsforschung, der Museumsarbeit, der Publizistik sowie des
Denkmalschutzes angehören. Den Vorsitz hat zur Zeit Prof. Dr.
Klaus-Dietmar Henke (Technische Universität Dresden), weitere
Mitglieder sind: Petra Morawe (stellv. Vorsitz), Prof. Dr. Rainer
Eckert (Zeitgeschichtliches Forum Leipzig), Dr. Monika Flacke
(Deutsches Historisches Museum), Dr. Joachim Gauck (Vorsitzender des
Vereins "Gegen Vergessen - für Demokratie"), Roland Jahn (Rundfunk
Berlin Brandenburg), Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Universität
Leipzig), Dr. Manfred Rexin (ehemals RIAS Berlin), Prof. Dr. Gertrud
Schreiber (Katholische Universität Eichstädt-Ingolstadt),
Prof. Dr. Peter Steinbach (Universität Karlsruhe).
Unterstützt durch einen Fachbeirat übernimmt der Verein auch die
inhaltliche Betreuung der Gedenkstätte Berliner Mauer.
Das als
Ergänzung zum Denkmal konzipierte Dokumentationszentrum recherchiert,
analysiert und vermittelt die Zeitzeugnisse und Sachinformationen zur
Geschichte der Mauer. Es wurde am 9. November 1999, dem 10. Jahrestag
des Mauerfalls im Gemeindehaus der Versöhnungsgemeinde
eröffnet.
Die Räumlichkeiten werden
mietfrei für Dokumentations- und Ausstellungszwecke zur Verfügung
gestellt, die Nutzung ist durch eine Vereinbarung zwischen Trägerverein
und Versöhnungsgemeinde vertraglich geregelt. Das Haus ist selbst ein
Zeitzeugnis des Mauerbaus.
Das Dokumentationszentrum wurde mit finanzieller
Unterstützung von Bund und Land aufgebaut. Im Dezember 2001 stellte der
Haushaltsausschuss des Bundestages aus dem "Mauergrundstücksfond" Mittel
für die Einrichtung bereit, die für eine fünfjährige
Sicherung der inhaltlichen Arbeit sowie den behindertengerechten
Umbau
des Gebäudes und den Neubau eines Besucher-Aussichtsturms festgelegt sind.
Durch den neu errichteten Turm wird den Besuchern der Blick auf die
Denkmalsanlage "Gedenkstätte Berliner Mauer" und die historische Umgebung
der Bernauer Straße ermöglicht.
Am 23. Juni 2003 wurde die
feierliche Einweihung des Besucherturms und die Wiedereröffnung des Hauses
begangen.
Mit dem Beschluß des Berliner Senats zum Berliner
Mauerkonzept vom 20. Juni 2006 ist der Weg zum Gesamtkonzept zur
Erinnerung an die Geschichte der Berliner Mauer festgeschrieben und wird bis
zum 13. August 2011, dem 50. Jahrestag des Mauerbaus umgesetzt werden.
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Das Dokumentationszentrum zeigt
ausgehend von den Ereignissen an der Bernauer Straße wechselnde
Ausstellungen zur Geschichte der Berliner Mauer, es besitzt ein im Aufbau
befindliches digitalisiertes Archiv und wachsende Dokumentations- und
Hintergrundinformationsangebote. Die Informationen werden in deutscher und
englischer Sprache präsentiert und in verschiedenen medialen Formen
aufbereitet angeboten.
Öffentliche Führungen, Vorträge,
Hörpräsentationen und wechselnde Ausstellungen
ergänzen diese Angebote. Die seit November 1998 gezeigte Ausstellung
"Grenzblicke" wurde zum
40. Jahrestag des
Mauerbaus, am 13. August 2001 durch eine neue Ausstellungseinheit
"Berlin, 13. August 1961" in deren
Mittelpunkt die Ereignisse der unmittelbaren zeitliche Umgebung des 13. August
aus der Perspektive "Berlins", "Deutschlands" und der des "Auslands" gezeigt
werden, ergänzt . Auch hier wieder keine Gesamtschau - sondern
exemplarische, ausgewählte Ausschnitte.